Zur Geschichte der Ehinger Fasnet

Bereits 1804 bemühte sich der Bader Georg Strobel mit seinen Freunden, vom Rat die Erlaubnis zu bekommen in der Faschingszeit ein Ritterspiel zur Belustigung des Publikums und zur Belebung des Kommerzes aufführen zu dürfen.Was ihm dann auch zugestanden wurde.

Über fastnächtliche Aktivitäten der Ehinger Bürgerschaft im weiteren Verlauf des 19.Jahrhunderts ist man durch die seit 1826 erscheinende Lokalpresse recht ausführlich unterrichtet.Schon in den ersten Jahrzehnten spielten Maskenbälle, veranstaltet von den Gastwirten eine große Rolle. So lud die „Traube“ und das „Goldene Kreuz“, Honoratioren und immerhin auch „normale“ Bürger zum Besuch ein.Ab 1840 wurden die sogenannten Wurst- und Bratwurstbälle, mit oder ohne Musik immer beliebter. Diese beschränkten sich jedoch nicht nur auf die Fasnachtszeit, sondern fanden auch am Patroziniumsfest der St. Blasiuskirche statt. Am Aschermittwoch wurde der Abschluss der närrischen Zeit festlich begangen.1838 ist erstmals von einem „Häring-, Stockfisch- und Schneckenball die Rede.

Selbstverständlich wurde die Fasnachtszeit auch in den Vereinen gebührend begangen. So fand 1884 der Ball des Liederkranzes am „glumpigen Donnerstag“ statt. Nachdem man sich in der Volksschule getroffen hatte, bewegten sich die maskierten Ballbesucher in einem feierlichen Zug (nur Maskenträger die sich zuvor beim Vorstand angemeldet hatten) mit Musik und Fackeln zum Festlokal, wo sich die „Enthüllung des Denkmals des Prinzen Carnevals“ anschloss. Schnell fand die Liefertafel in anderen Vereinen Nachahmer, so zum Beispiel der Turnverein, die Feuerwehr, die alte Museumsgesellschaft, der Militärverein und viele andere. Die Maskenbälle gehörten nach kurzer Zeit zum allgemein anerkannten gesellschaftlichen Leben. Dies lässt sich in ausführlichen Schilderungen im Intelligenzblatt von 1840 ablesen..

Die notwendigen Masken waren bereits in den Geschäften für 18 Kreuzer erhältlich. Wilhelm Mantz stellte seine Papiermasken z.B. selber her. Der Maler Bechler empfahl seine soeben eingetroffenen Venezianischen Wachs- und Papiermasken. Bereits ab 1870 konnte man die verschiedensten Kostüme auch ausleihen.


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