Wilde Weiber

Am Anfang war die Idee
1955 besuchte eine kleine Gruppe Ehinger dem Fasnetsumzug in Saulgau. Auf der Heimfahrt beschlossen sie, dass so etwas Tolles in Ehingen einfach fehlt und darauf gründeten:

Franz Bürk, Günther Reisch, Klaus Kleiner, Erhard Lison, Rudolf Schleker, Franz Mantz, Gottfried Vögtle, Richard Steinle und Klaus Höchstätter – die Wilden Weiber

Die Entwicklung

am 19.02.1955 war es dann soweit. Die genannten 9 Hexen präsentierten sich der Öffentlichkeit am Bürgerball. Eigener Programmpunkt war die Hexenteufelbeschwörung. Am Sonntagnachmittag folgte dann der erste Umzug. Die Masken wurden von Eduard Hermanutz geschnitzt und das erste Häs von Schwestern angefertigt.

Das ursprüngliche Häs wurde später modifiziert. 
Wieder beziehend auf das wilde Weib aus der Käthera Kuche, stellen die Farben verschiedene Jahreszeiten dar.
symbolisiert mit grün-weiss geringelten Socken den Winter, dem braunen Rock den Frühling, der grünen Bluse den Sommer, der gelben Schürze den Herbst.

Der Hexenmeister
wurde nicht erst einige Jahre später ins Leben gerufen, sondern war von Anfang an mit dabei. Für diese Figur konnte Erhard Lison gewonnen werden. Während des Umzugs versucht er mehr oder weniger erfolgreich seine Wilden Weiber im Zaum zu halten.

Die Aufnahme
findet seit Jahren immer Anfang Januar während des Hexenballs statt. Die neuen Wilden Weiber müssen hier beweisen, dass sie verschiedene Kräuter und Wurzelgemüse, sowie deren Säfte in- und auswendig kennen und auch ohne Probleme verdauen können.

Wie äll Johr o´ gfähr um dia jetzig Zeit standet vor dr Käthra Kuche a paar bereit. Se wellet do rei en onsere Rund, um in Zukunft z`tanza mit eis im Bund. Doch bevor`s soweit isch des gehört halt zom Leba misset se zerscht a mol gebora wera. Se sond no en dr Luft, schwirred omanand ond sand no blend ond ohne Verstand. Dia wo hocket die scheuchet Ihr auf des isch bei uns halt so dr Brauch. Jetzt treibet se zamma ond brenget se noch vonna die mir prüft, gwoga und hand für würdig gfonda mit ons zum tanza em nächtlichen Roiga mit tagscheue Goischter die bei Nacht sich blos zoigat. A harta Prüfung müßed Ihr bestanda, sonscht kennad Ihr bei de Hexa glei gar it landa. Jetzt schalta ma geschwend zom Kontrollturm nom und gugad wer schwirrt denn da no rom. Bevor Ihr aber auf em Besa fliegat übat mir zerst ob mir uich au auf da Boda grieget. Jetzt wird sich´s weisa ob Ihr ohne Klaga kenned dia Koscht von de Hexa vertraga denn blos von Wuzla ond Kräutersaft ernährt sich a Hex ond da kriegt se au Kraft. Kommed jetzt her en Reih und en Haufa freßed eure Wuzla ond da Saft müßed Ihr saufa, au wenn se kaut stoht se it saudomm rom do goht se en d`Knui ond gugged sich om. Denn s´ Fressa ond s`Saufa blos des macht euch z´dick, do kennet Ihr it schprenga ond des geits bei eis it. Drom na jetzt in d`Knui – ond wieder noch oba das war scho au gar nix da kanne euch noit loba drom no – amol na “ ond vergeßet ja it kaua sonst kenned ihr des was Ihr da freßet it verdaua. So isch es scho besser dr beschte Fresser der älles verschlonga, Wuzla ond Säft restlos bezwonga der kommt jetzt da her, doch weh dem sei Maul isch noit leer. No muß er nomol die Wuzla verkaua aond au da Pflanzasaft nomal verdaua. Doch s`wichtigschte an ui des isch für eis uier Knui. Drom stand jetzt na, daß dia au jeder seha ka. Spitz muaß des Linke ond rund des Rechte, erscht dann is es a Hex a echte. Des schtellet mir fest als Volk der Nächte, dafür nemmed mir ons alle Rechte. Dui letzte Hürde isch jetzt genomma, Ihr sind bei ons jetzt gleich voll aufgnomma jetzt saged Ihr mit blos no da Hexaeid I hoff Ihr sand dafür jetzt bereit…